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Das Gründungsdatum des Ortes Ludwikowice Kłodzkie ist nicht genau bekannt. Man weiß jedoch, dass das Dorf spätestens in der ersten Hälfte des XIV Jahrhundert entstand. Im Mittelalter führte ein kleiner Handelsweg durch den Ort, wovon ein Münzfund aus dem römischen Zeitalter zeugt. 1352 verkaufte Hanns von Wustehube einen Gutshof in Nowa Ruda und fünf andere Dörfer, darunter auch Ludwikowice, an die Donyn Brüdern. In deren Händen blieb der Besitz bis zum Jahre 1472. Nach dem Tod des letzten Nachkommens des Stammes übernahm Baron von Stillfried, der Mann von Anna von Donyn, die Güter. Jedoch nach dem 30-jährigen Krieg verlor er einen Teil davon, weil er die Protestanten unterstützt hatte.

Im Jahre 1631 haben in Ludwikowice 23 Landwirte gewohnt, die Kirchensteuer bezahlten. Das größte Gutshaus gehörte damals F. Thamm. Etwa 1765 wurde das Dorf in drei Teile aufgeteilt, davon fielen zwei an die Baronen von Larisch und von Stillfried. Der dritte Teil gehörte dem freien Richteramt. Einen wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr der Ort, als sich in seiner Nähe Webereien und Betriebe des Kohlebergbaus ansiedelten.

Diese beiden Industriezweige führten Mitte des XIX Jahrhunderts das Dorf zum Erblühen, jedoch gleichzeitig fand eine erneute Aufteilung des Dorfes unter verschiedenen Besitzern statt. 1825 bestand der Ort aus sechs Teilen - dem Dorf selbst und einigen Kolonien in der Umgebung Dem Grafen von Magnis gehörte ein Teil mit 47 Häusern, einer Kirche, einer katholischen Schule, Brauerein und drei Mühlen. Hier entwickelte sich das Weberhandwerk. Es gab 64 Webstühle für Baumwolle und 52 für Leinen. In der zweiten Hälfte des XIX Jahrhundert wurde Baron von Seherr - Thoss Besitzer des Dorfes. Er hatte 1862 zum ersten Mal Steinkohle zum Erwärmen des Kessels genutzt, was damals als eine Neuheit in der Textilindustrie galt. Nach dem Verfall der Webereien konnte sich das Dorf, dank der Entfaltung der Kohlengruben ‚Wenceslau’ in Miłków sowie weiterer kleineren Gruben in der Umgebung, weiter entwickeln. Später entstanden hier auch kleinere mechanische Webereien, in denen die ehemaligen Weber Arbeit fanden.

Ende des XIX Jahrhunderts wurde in der Nähe der Kohlengrube ein großes Kraftwerk errichtet und es kam zur Ansiedlung einiger Gewerbebetriebe in dem Ort. Zur Entwicklung von Ludwikowice trug auch die im Jahre1880 erbaute Bahnlinie zwischen Nowa Ruda und Wałbrzych bei. Ende des XIX Jahrhunderts wurde dort das evangelische Wohltätigkeitszentrum "Ludmillastift" gegründet.

Trotz der wunderschönen Lage in der Nähe von Bergen (Góry Sowie und Wzgórza Włodzickie) und einer guten Verkehrsverbindung nahmen Touristen diesen Ort nur mäßig an. In Ludwikowice gab es Gaststätten, einige davon mit Übernachtungsmöglichkeiten. Es wurde auch ein Verband der Berggesellschaft (grupa terenowa Kłodzkiego Towarzystwa Górskiego kurz GGV) gegründet. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen besaß der Ort Gewerbebetriebe: einen Holzverarbeitungsbetrieb, eine Elektrozubehörfabrik und eine Weberei. Als es 1930 in der Kohlengrube "Wenceslau" zu einer schweren Katastrophe mit 151 Opfern kam, durchlebte Ludwikowice eine große Krise. Nach diesem Schicksalsschlag wurde die Kohlengrube bis 1939 geschlossen.

Der zweite Weltkrieg brachte große Veränderungen für den Ort. 1942 wurde in Ludwikowice in der Dorfstraße von der "Schmeltorganisation" (ul. Wiejska) ein Arbeitslager für polnische Juden eingerichtet. Etwa 600 Gefangene arbeiteten in der Munitionsfabrik auf dem Gelände der ehemaligen Kohlengrube. 1944 wurde das Ludwikowicer Lager eine Außenstelle des Konzentrationslagers Gross-Rosen. Ein zweites Lager mit 50 Baracken wurde errichtet. Dort mussten fast 1500 Gefangene in der Munitionsfabrik von Miłków arbeiten. Vermutlich hatte man sie auch zum Bau eines großen Komplexes von unterirdischen Stollen bei Gontowa und Włodyka genutzt. Bis heute in das Schicksal der männlichen Gefangenen des Lagers nicht bekannt. Man vermutet, dass sie ermordet und in einem Grubenarm vergraben wurden.

Nach 1945 erhielt das Dorf wieder seinen ursprünglichen Charakter zurück. Die Kohlengrube ‚Wacław’ und die Munitionsfabrik wurden geschlossen. Die Gebäude nutzte man in den Jahren von 1945 bis 1956 als Militärlager (obóz Wojskowego Korpusu Górniczego) zur Internierung von regimefeindlichen Soldaten und Rekruten.

In Ludwikowice gab es Textilbetriebe und auf dem Gelände der ehemaligen Kohlengrube wurden ein Holzlager und eine Holzfaserplattenfabrik errichtet. Die anderen Objekte und das ehemalige Kraftwerk nutzte man als Lager und vermietete sie an Betriebe. Das Kraftwerk in Milków arbeitete bis 1962. Mehrmals wurde die Reaktivierung der Kohlengrube "Wacław" geplant, der letzte Versuch fand in den 70er Jahren statt. Jedoch deren schlechter Zustand lies das nicht zu. In den ersten Nachkriegsjahren gab es in Ludwikowice eine kleine Touristenherberge.

Ludwikowice entwickelte sich nur langsam. Die Anzahl der Dorfbewohner sank, weil sich kleinere Ortschaften, die nach der Verwaltungsreform im Jahre 1973 an Ludwikowice angeschlossen wurden, systematisch entvölkerten. Der Ort Ludwikowice wurde durch die Eingemeindung eine Vorstadtsiedlung von Nowa Ruda.

Mit seinen etwa 2500 Einwohnern, liegt Ludwikowice in der Gemeinde Nowa Ruda auf dem zweiten Platz. In den letzten Jahren entstanden in dem Ort neue, schöne Objekte. In den 90er Jahren baute man das Fürsorgeheim aus und in dem Gebäude der ehemaligen Grundschule entstand nach einer großen einjährigen Renovierung, das Adam-Mickiewicz-Gymnasium. Alle Renovierungsarbeiten finanzierte die Gemeinde. Jetzt ist der Bau einer Sporthalle geplant. Früher befanden sich in dem Ort drei Grundschulen: eine ist bis heute erhalten, eine andere wurde in ein Gymnasium umgewandelt und die Grundschule an der Kasprowiczstrasse steht leider bis heute leer.

In dem Gebäude der ehemaligen Gemeindegenossenschaft "Samopomoc Chłopska" hat sich eine Kerzenfabrik angesiedelt. Auf dem Gelände des Forstamtes Jug ist die Errichtung einer Holzfabrik geplant

Während der letzten Flut im Jahr 1997 wurden die Ufer des Flusses sowie seine Befestigungsmauern stark beschädigt. Für den Fluss ist jedoch nicht die Gemeinde sondern das Amt für Wasserwirtschaft der Stadt Breslau (Okręgowa Dyrekcja Gospodarki Wodnej) zuständig, das u. a. wegen fehlender finanzieller Mittel, die Renovierungsarbeiten nicht durchführt hatte. Das Feuerwehrgebäude und die Gemeinderäume werden dagegen sukzessiv erneuert.

In dem Dorf gibt es keinen typisch dörflichen Gemeinschaftsraum. Aber es existiert ein Kulturzentrum der Gemeinde Nowa Ruda. In Ludwikowice gibt es eine Arztpraxis und einen Zahnarzt, womit die Einwohner sehr zufrieden sind. Ludwikowice verfügt auch über ein Postamt, dessen Existenz gesichert ist, weil das Gebäude der Polnischen Post gehört.

Die Kirche des St. Erzengels Michael wurde vor kurzem gründlich renoviert. Es wurden Entwässerungsarbeiten durchgeführt und alle drei Altare restauriert. Ein anderes Sakralobjekt, die ehemalige evangelische Kirche des Segens (Kosciół Błogoslawienstwa), in der sich bisher eine Tischlerwerkstatt befand, ändert ihren Charakter, weil sich dafür die römisch-katholische Kirchengemeinde interessiert.

Die meisten Wege in Ludwikowice sind Asphaltwege. Viele Straßen, die beschädigt waren, wurden saniert. Andere wichtige Investitionen sind: der durch freiwillige Arbeitseinsätze neu gestaltete Parkplatz am Friedhof, der Tennisplatz mit dem jordanischem Garten mit Asphaltpflaster sowie die Fußgängerzone entlang des Woiwotschaftsweges.

In Ludwikowice gibt es einen Verband der Bäuerinnen (Koło Gospodyń Wiejskich), dessen Vorsitzende Zofia Miśtura ist. Die Frauen treffen sich einmal wöchentlich in dem Kulturzentrum, nehmen an verschiedenen Wettbewerben, Erntefesten, Ausstellungen und Dorfversammlungen teil. Zurzeit gibt es im Dorf das Erholungs - und Ausbildungszentrum "Harenda". Es verfügt über ein Restaurant, Übernachtungsmöglichkeiten, einen Zoo, eine Pferdezucht sowie einen See. Eine andere Attraktion ist der Forellenfanggrund. Vor Ort können dort entsprechende Ausrüstungen ausgeliehen werden: Kanus, Segelboote oder Wasserfahrräder. Außerdem ist "Harenda" ein perfekter Platz, für alle, die den Kłodzka - Talkessel besichtigen möchten. An der Hauptstraße 87 (ul. Główna) befindet sich die Agrotouristik "REKS-PAJAK", die Übernachtungsmöglichkeiten bietet und einen Fanggrund besitzt. Besucher können auch im Restaurant "Ibiza" wohnen, das über Doppelzimmer mit Dusche und WC, einer Bar und einem kostenlosen Parkplatz verfügt.

Quelle: www.sztetl.org.pl

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